Himmelblau und Abendrot
Licht und Farben

Abendrot - das ist Romantik pur.
Doch wer die rosarote Brille absetzt, findet - pure Physik.

Unsere Sonne sendet weißes Licht auf die Erde, das sich aus allen Farben des Regenbogens zusammensetzt. Doch wir empfangen nicht immer alle Farben des Lichtspektrums. Denn der Weg des Lichts in unsere Augen ist voller Hindernisse.

In der Luft befinden sich feinste Schwebstoffteilchen, sogenannte Aerosole, wie Wasserdampf und Staubpartikel. Mit einem Lichtstrahl geht es auf die Reise durch die Luft, wie einer Kugel im Flipperautomaten: Ständig stößt er gegen Hindernisse und ändert dabei seine Richtung. Nur die langwelligen Lichtanteile treffen uns am Abend.

Es werden aber nicht alle Farben gleich stark abgelenkt. Lange Lichtwellen bewegen sich unbehelligt durch den Raum, die heftig schwingenden Kurzwellen prallen häufiger gegen Hindernisse. Die kurzwelligen blauen und violetten Lichtanteile werden so am stärksten abgelenkt, bis zu zehn Mal mehr als die langwelligen roten oder orangenfarbenen.
Wenn die Sonne senkrecht steht, müssen die Strahlen nur einen kurzen Weg zurücklegen.
Das Licht wird wenig abgelenkt, die Sonne erscheint weiß. In der Dämmerung steht die Sonne näher am Horizont. Die Lichtwellen müssen weiter durch die Erdatmosphäre reisen. Nur die langwelligen gelben und roten Lichtanteile dringen zu uns vor.
Wer will, kann Zuhause einen Sonnenuntergang simulieren: Dazu wird eine weiße Lichtquelle an ein Aquarium gehalten. Durch ständige Zugabe von Milch verfärbt sich das Licht von weiß über gelb bis rot. Auch hier werden die kurzen blauen Lichtwellen durch die feinen "Milchteilchen" abgelenkt. Genau so wenig wie die Sonne untergeht ist also der Abendhimmel rot. Es ist alles nur eine Frage der Wellenlänge des Lichts.

Das gilt auch für die Farbe von Wasser. Wasser hat der Erde den Beinamen "blauer Planet" gegeben. Und das, obwohl Wasser eigentlich farblos ist. Die Farbe des Wassers hängt von der Wellenlänge des Sonnenlichtes ab. Das Sonnenlicht als Summe aller Farben ist weiß. Wenn es auf ein Wassermolekül trifft, wird das langwellige Licht, wie Rot und Gelb geschluckt und das kurzwellige Grün oder Blau reflektiert. Rund 90 Prozent des einfallenden Sonnenlichtes dringt in das Wasser ein. Hier trifft es auf Wassermoleküle, gelöste Stoffe oder mikroskopisch kleine Organismen. Dabei wird das blaue Licht am stärksten gestreut. Mit zunehmender Wassertiefe werden immer mehr Rotanteile des Lichtes geschluckt und blaue gestreut. Somit erscheint das offene Meer blauer als Küstengewässer, denn dort färbt chlorophyllhaltiges Plankton das Wasser grün. Der weiße Korallensand im flachen Wasser der Südsee reflektiert das Sonnenlicht direkt und hellt die Wasserfarbe zum charakteristischen Türkis der tropischen Strände auf. Diese Färbungen betreffen aber nur kleine Flächen. Die größten Teile der Weltmeere machen unsere Erde zu dem was sie ist ... unser blauer Planet.

Sie sehen also keine festen Farben als Körper, sondern das ist eine Illusion. Denn es sind reine Schwingungen, Frequenzen, welche das Licht durch unsere Augen und über das Gehirn als Farben in unsere Wahrnehmung treten lassen. Das gilt für das gesamte Universum.


Hier sehen Sie das Farbspektrum eines Regenbogens (eine Illusion)



Sonnenuntergang (eine Illusion)


Demnächst erfahren Sie weitere spannende Lichtblicke.